DON KARLOS (A NEW MORNING)
Theater Bonn I März 2026
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»DON KARLOS, eins von Schillers berühmtesten Werken, ist Polit-Thriller und Familiendrama, Kammerspiel und Welttheater, changiert zwischen Soap und Suspense, ist House of Cards im Versmaß. Es rumort an den Außengrenzen des spanischen Königreichs und auch im Inneren spannen die Konflikte: Don Karlos, der Thronfolger, liebt Elisabeth, doch die ist inzwischen mit seinem Vater, König Philipp, verheiratet. Prinzessin Eboli liebt Karlos, wird aber nicht zurückgeliebt, und schwört Rache. Als dann auch noch Karlos’ Jugendfreund, der Marquis von Posa, auftaucht und seine berühmt gewordene Gedankenfreiheit einfordert, ist der Hof endgültig in Aufruhr.
Inmitten all des Wirrwarrs fragt sich Don Karlos, dreiundzwanzig Jahre alt und noch nichts für die Unsterblichkeit getan, wie es weitergehen kann mit dem Königreich und der ganzen verdammten Welt. Der Regisseur und Dramatiker Felix Krakau hat sich einen Namen mit Fort - und Überschreibungen von Klassikern gemacht. Ohne das Original aus dem Blick zu lassen, überträgt er die Gedanken von Schiller in die Gegenwart und versucht gemeinsam mit Karlos und Posa eine Ahnung davon zu bekommen, wie die Gesellschaft aussehen könnte, die kommen wird. Wer scheitert hier an welchen Idealen und brauchen wir einen gesellschaftlichen Umsturz? Was bedeutet die beschworene »aufklärerische Gedankenfreiheit« heute noch? Angesichts der Entwicklungen und politischen Zuspitzungen in den USA und der starken Präsenz von Rechtsradikalen im deutschen Bundestag auf der einen und der gesellschaftlichen Ohnmacht und Handlungsunfähigkeit auf der anderen Seite lohnt es sich mit aufklärerischen Thesen die Bühne zu stürmen.«
(Ankündigungstext Theater Bonn)
Mit: Jacob Z. Eckstein, Daniel Stock, Riccardo Ferreira, Imke Siebert, Paul Michael Stiehler, Julia Katinka Philippi
Regie und Text: Felix Krakau I Bühne, Video und Lichtkonzept: Florian Schaumberger I Kostüm: Jenny Theisen I Musik: Timo Hein I Dramaturgie: Sarah Tzscheppan
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(Fotos: Matthias Jung)
»Autor und Regisseur Krakau hat Schillers schier endloses dramatisches Gedicht überschrieben: etwas Neues, im besten Sinne Gegenwärtiges geschaffen [...]. Es ist faszinierend zu sehen, wie sich alle Facetten der Vorlage organisch durchdringen. Das Persönliche ist hier immer politisch, und das Politische stets persönlich. Der im Stück enthaltene Generationenkonflikt behauptet seine zeitlose Aktualität. Eine spannende, gegenwartsnahe, gleichzeitig werkgetreue Aneigung von Schillers Don Karlos. «
GENERAL-ANZEIGER BONN
»In Felix Krakaus Bearbeitung wird der spanische Hof zu einer Übergangsgesellschaft, die sich mitten in einer Zeitwenden befindet und damit auf unsere gegenwärtige Welt gemünzt ist«
NACHTKRITIK