JEFF KOONS / DÜSSELDORFER SCHAUSPIELHAUS, Dezember 2017



— von Rainald Goetz — Eine szenische Installation in der Sammlung Philara.

https://www.dhaus.de/programm/a-z/jeff-koons/


(Fotos: Thomas Rabsch)

»Dass Jeff Koons ein Künstlerdrama ist, glaubt man schon am Titel zu erkennen. Koons aber kommt im Stück nicht vor. Der Amerikaner, flirrender Superstar des Kunstbetriebs, dient Goetz, dem fiebrig Besessenen der Literatur, als Hallraum, als Bezugssystem, mithilfe dessen Koordinaten sich ein Künstlerleben skizzieren lässt. »Es geht um Reden, Bilder, Melodien, es geht um Streit und Stimmigkeit. Es geht um Menschen, die was sagen, wollen, tun. Normal. Es geht um Schöpfung und Gebärden, um Dinge, Sachen und Ideen. Es geht um einen Augenblick, den es auch gibt, im Menschenleben kurz, zumindest manchmal gibt es das, es geht, so blöd das klingt, um Harmonie. Stimmt gar nicht, halt, stop, Lüge, falsch, im Gegenteil, es geht ums Nie der Harmonie.« (R. Goetz)

Und es geht um das Leben des Künstlers in der Kunst, im Atelier, im Wahn der Nächte in Clubs und Betten. In einer Sprache, die rhythmisch musikalisiert das Kaputte beschreibt und das Zärtliche und das Bizarre, das Komische und das Sehnsuchtsvolle im Künstlerleben – also Künstlerpech, Künstlerglück, Künstlerrausch, Farce und Selbstverschwendung.«

Künstlerische Leitung: Felix Krakau & André Kaczmarczyk, Dramaturgie: Robert Koall, Bühne: Ansgar Prüwer Le-Mieux, Kostüm: Jenny Theisen, mit: André Kaczmarczyk, Minna Wündrich, Jonas Hackmann, Marie Jensen, Yascha Finn Nolting, Florenze Schüssler








PRESSESTIMMEN:



»Irre, tolle Collage. Berührende Bilder entstehen, wenn in der Ferne in der großen Halle eine Kitschmadonna singt. Oder wenn am Schluss die Spieler sich nachdenklich zu einer Traube aneinanderkuscheln. ›Die Kunst ist schon fertig – wir sind es nicht.‹«
SUEDDEUTSCHE ZEITUNG



»Ein großes Wortfließen und Hirnströmen, durch und durch rhythmisiert mit vielen Stil- und Perspektivwechseln«

WDR MOSAIK



»Ein junges Team hat “Jeff Koons” in einem privaten Museum als Parcours durch dessen Gegenwartskunstsammlungs inszeniert, ahnungsvoll aber ein romantisches Künstlerdrama entdeckt und in erkenntnisklaren Momenten eine Liturgie der Melancholie zelebriert.«

NACHTKRITIK



»Jeff Koons in der Galerie, das ist keine Immersion, das ist eher augenzwinkernde Immersionsverspottung. Jeff Koons in der Galerie – das passt viel zu gut.«

THEATER HEUTE



»Die Sammlung Philara erweist sich als Glücksfall für das Schauspielhaus. Das Besondere an der von André Kaczmarczyk und Felix Kracke eingerichteten Theater-Installation ist die Einpassung in einen real existierenden Kunst-Raum.
(...)
Die Schauspieler sind an diesem Abend wie aufgedreht, es wird gesungen, gefeixt, gestritten, geliebt, getanzt, geschwätzt.(...) Sie sind bunt gekleidet nach Koons-Manier, und sie formen dessen künstlerische Setzungen nach. André Kaczmarczyk, Jonas Hackmann, Marie Jensen, Yascha Finn Nolting, Florenze Schüttler und Minna Wündrich geben alles.«
RHEINISCHE POST



»Am Ende steigt er (Kaczmarczyk) hinab in das Bergwerk der Seele, wie Goetz es nennt, und liefert die Offenbarung der Einsamkeit. Die Selbstversicherung wird zur Selbstbezichtigung. Das dürfte Rainald Goetz gefallen.«

DEUTSCHLANDFUNK KULTUR



»Einen "Ratlosigkeitstext" nannte Goetz sein mittlerweile 19 Jahre altes Stück. Allein das gefällt. Und die Theater-Installation, die André Kaczmarczyk und Felix Kracke für das Düsseldorfer Schauspielhaus daraus geschaffen haben, kann durchaus mithalten mit dem Label. (...) Die künstlerischen Leiter Kaczmarczyk und Kracke haben einen riesigen Vorhang aus Silberpapier in der Philara-Eingangshalle aufgehängt und lassen Stroboskop-Blitze flackern. Den Sound zu all dem hat Kreidler-Drummer Thomas Klein geschaffen. Nicht nur wegen ihm sollte man sich "Jeff Koons" anschauen. Aber eben auch.«

DÜSSELDORFER ANZEIGER






(Fotos: Thomas Rabsch)